Durchfall – erkennen und richtig behandeln

Durchfall – erkennen und richtig behandeln

Jeder Erwachsene in Deutschland ist rund einmal im Jahr davon betroffen, Kinder sehr viel häufiger. Hinter akuten Durchfallerkrankungen stecken in den meisten Fällen Viren oder Bakterien. Doch auch andere Auslöser sind möglich. Von akut bis chronisch – wir informieren über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Durchfall?

Durchfall (Diarrhö) wird durch die Stuhlfrequenz und -beschaffenheit bestimmt. Voraussetzung sind mehrfach am Tag – mindestens dreimal – Stuhlgänge mit weicher, wässriger Konsistenz. Meistens sind dabei Stuhlvolumen und -gewicht erhöht.


Bei starkem Durchfall verliert der Körper große Mengen an Wasser, Salzen und Verdauungssäften über den Darm. Ohne Behandlung besteht die Gefahr der Austrocknung (Dehydratation). Vor allem bei Älteren und Kindern kann das rasch gefährlich werden.


Über 90 Prozent aller Diarrhöen sind durch eine Infektion bedingt. Diese klingt normalerweise innerhalb von drei Tagen folgenlos wieder ab und erfordert keine besonderen Maßnahmen.

Durchfall: Akut oder chronisch?

Mediziner unterscheiden bei Durchfall zwischen einer akuten (bis zu zwei Wochen) und einer chronischen Diarrhö (dauert mehr als vier Wochen).


Akuter Durchfall


Hinter dem plötzlich einsetzenden und meist nur wenige Tage dauernden akuten Durchfall steckt fast immer eine Infektion mit Krankheitserregern, am häufigsten mit Viren oder Bakterien.


Typische Ursachen für akuten Durchfall:


  • Infektion mit Noroviren oder Rotaviren
  • Lebensmittelvergiftung
  • Infektion mit Bakterien, zum Beispiel Salmonellen, Shigellen oder E.coli-Bakterien
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Allergie
  • Stress, Angst und andere psychische Faktoren
  • Nebenwirkung von Medikamenten (beispielsweise Antibiotika)
  • Ungewohnte Speisen, zum Beispiel auf Reisen

Chronischer Durchfall


Bei anhaltendem oder chronischem Durchfall kommen verschiedene, mitunter ernsthafte Krankheiten als Ursache infrage. Natürlich beginnt auch eine chronische Durchfallerkrankung irgendwann akut. Die Symptome dauern jedoch meist länger als zwei bis vier Wochen an.


Ursachen für chronischen Durchfall können sein:


  • Erkrankungen wie zum Beispiel Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenintoleranz
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Tumore und Polypen
  • Reizdarm
  • Entzündete Darmdivertikel oder andere Erkrankungen

Was hilft bei Beschwerden?

Bei akutem Durchfall:


  • Leichte Kost: Je nach Befinden kann es sinnvoll sein, vorübergehend auf feste Nahrung zu verzichten oder Schonkost zu wählen. Gut geeignet ist eine leichte, fettarme Kost, beispielsweise Zwieback, geriebener Apfel, pürierte Banane, Kartoffeln, Reis, Fleischbrühe.
  • Viel trinken: Die Flüssigkeitszufuhr ist das A und O, um eine Austrocknung zu verhindern. Für gesunde Erwachsene gilt eine Menge von drei Litern pro Tag als Richtgröße. Zum Trinken bieten sich in leichten Fällen Kräutertees oder stilles Mineralwasser an.
  • Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke gleichen Salz- und Flüssigkeitsverluste aus und wirken einer Austrocknung entgegen.
  • Mittel, die den Durchfall stoppen sollen, etwa Loperamid oder Racecadotril lindern die Symptome. Die eigentliche Ursache der Erkrankung, wie etwa eine bakterielle Infektion, bekämpfen sie nicht.
  • Manchmal geht es nicht ohne ein Antibiotikum. Dann entscheidet der Arzt oder die Ärztin, ob und wenn ja, welches Mittel sinnvoll ist. Normalerweise also auf keinen Fall Antibiotika auf eigene Faust einnehmen. Bei vielen Darminfektionen bewirken sie nichts, verschlimmern höchstens den Verlauf.
  • Für Präparate wie medizinische Kohle, Gerbstoffe und Probiotika ist die Wirksamkeit bei Durchfall nicht sicher belegt. Es gibt Hinweise für eine Wirksamkeit definierter Probiotika in bestimmten Situationen, etwa bei Reisedurchfall. Die Studienlage ist jedoch nicht eindeutig. Am besten individuell vom Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Bei chronischem Durchfall:


Dann ist immer eine möglichst ursachenbezogene Therapie erforderlich. So kann zum Beispiel eine Diät helfen. Hierbei werden Nahrungsmittel, die ein Patient nicht verträgt oder gegen die er allergisch ist, weggelassen oder durch bekömmliche Lebensmittel ersetzt. Paradebeispiel dafür ist die glutenfreie Ernährung bei Zöliakie. Auch Umstellungen beim Gebrauch von Abführmitteln oder anderen Medikamenten in Absprache mit dem Arzt können der Schlüssel zum Erfolg sein. Abhängig von der Diagnose gibt es viele weitere Therapieoptionen.


Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Eine Diarrhö, die akut in sehr heftiger Form, anhaltend oder chronisch auftritt, ist mehr als nur eine lästige Unregelmäßigkeit. Konkret: Wenn Durchfall länger als drei Tage dauert, sehr stark ist oder wiederkehrend auftritt, bitte einen Arzt hinzuziehen. Geht es um ein Baby, ein Kleinkind oder einen älteren Menschen, holen Sie den Kinderarzt beziehungsweise Arzt schon früher. Bei Fieber, starken Bauchschmerzen und Erbrechen ist umgehend ärztliche Betreuung gefragt. Dasselbe gilt, wenn der Stuhl sehr blutig ist, ebenso natürlich bei Verdacht auf eine Vergiftung.


Quelle: Wort und Bild Verlag
Bild: istock/baona

Freitag, 22. Mai 2020

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