Alles rund ums Stillen

Alles rund ums Stillen

Muttermilch ist einzigartig. Sie enthält Antikörper gegen Krankheiten, viele wichtige Nährstoffe und nützliche Bakterien. Deshalb gilt Stillen als die natürlichste und gesündeste Art, ein Baby zu ernähren. Es bietet viele Vorteile für Mutter und Kind und schützt die Gesundheit des Babys. Erfahren Sie, worauf es beim Stillen ankommt und was hilft, wenn es mit dem Stillen nicht klappt.

Warum ist Stillen gut fürs Baby?

Muttermilch enthält eine ganze Menge an Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und Hormonen sowie Schutz- und Abwehrstoffe. Diese Inhaltsstoffe machen die Muttermilch zu einem vollwertigen Lebensmittel. Muttermilch ist nicht nur optimal für die Ernährung, sondern schützt den Nachwuchs auch vor Keimen und ist leicht verdaulich. Außerdem hat Muttermilch immer die richtige Temperatur. Sie muss nicht zubereitet werden, und die Mutter ist unabhängig.
Schon die Milch, die in den ersten zwei Tagen nach der Geburt tröpfchenweise aus der Brust fließt, das Kolostrum, enthält jede Menge Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger. Damit leiden Säuglinge seltener unter Magen-Darm-Erkrankungen und Atemwegsinfekten.
Durch die Saug- und Kaubewegungen beim Trinken an der Brust wird außerdem die Ausbildung des Kieferapparates gestärkt. Stillen fördert zudem die Mutter-Kind-Beziehung. Durch den Körperkontakt vermittelt es dem Kind das Gefühl von Wärme und Geborgenheit.

Wie lange ist Stillen ideal?

Die Nationale Stillkommission empfiehlt: Säuglinge sollten, wenn möglich, mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats ausschließlich gestillt werden, besser aber ein bis zwei Monate länger.
Spätestens zu Beginn des siebten Monats sollten Eltern die Beikost einführen. Das bedeutet aber nicht, dass das Baby abgestillt werden muss. Wie lange das Baby weiterhin Muttermilch bekommt, bleibt jeder Frau – und ihrem Kind – selbst überlassen. Klappt es mit dem Stillen nicht, trägt das Kind übrigens keinen Schaden davon.

Wie merke ich, ob das Baby satt wird?

Wenn ein Baby zufrieden und lebhaft ist, rund sechs bis acht nasse Windeln pro Tag hat und damit gut wächst, dann bekommt es genug Muttermilch. Viele Frauen sind trotzdem unsicher: Wird das Baby wirklich satt? Kommt tatsächlich genug Milch? Antwort gibt der Gewichtsverlauf, den die Hebamme anfangs regelmäßig überprüft. Nimmt ein Kind in den ersten Wochen genug zu, bekommt es auch ausreichend Milch. Ist das nicht der Fall, sollten sich Hebamme und Kinderärztin oder -arzt das Baby anschauen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen

Der richtige Zeitpunkt, um mit dem Abstillen zu beginnen, ist von vielen Faktoren abhängig und daher individuell verschieden. Probleme wie Brustentzündungen, Schmerzen beim Stillen, Milchmangel, die Einnahme bestimmter Medikamente oder die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit können für Mütter Gründe sein, die Stillzeit zu beenden.


Manchmal bestimmen auch die Kinder selbst den Zeitpunkt des Abstillens, indem sie plötzlich die Brust ablehnen oder verstärktes Interesse an anderer Nahrung zeigen. Wann dies geschieht, lässt sich nicht vorhersagen. Abstillen ist in der Regel ein langsamer Prozess. Je allmählicher er verläuft, desto besser kann sich der Körper des Kindes an andere Nahrung gewöhnen.

Probleme beim Stillen

Gerade am Anfang klappt es mit dem Stillen nicht immer reibungslos. Eine falsche Position, Saugverwirrung oder zu flache Brustwarzen: Viele Probleme lassen sich lösen – mit den richtigen Helfern und Tipps. Mütter können fachliche Unterstützung und Beratung von Hebammen und Stillberaterinnen erhalten.


  • Falsche Position: Manchmal schafft es das Baby nicht, ausreichend Milch zu trinken. Der Grund liegt häufig in der falschen Position. Der Mund des Babys sollte beim Saugen weit geöffnet, die Lippen sollten nach außen gestülpt sein. Hebamme oder Stillberaterin können hier beraten.
  • Saugverwirrung: Wenn sie neben der Brust noch Tee oder Milch aus einer Flasche mit Sauger trinken oder wenn sie einen Schnuller bekommen, entwickeln manche Babys eine Saugverwirrung. In diesem Fall helfen Geduld und konsequenter Verzicht auf Schnuller und Fläschchen, bis sich das Stillen wieder eingestellt hat.
  • Wunde Brustwarzen: Beim Stillen sind wunde Brustwarzen äußerst schmerzhaft. Oft liegt der Grund in einer falschen Anlegetechnik. Sind die Brustwarzen bereits wund und rissig, können Schmerzmittel kurzfristig helfen. Hoch gereinigtes Lanolin pflegt und beruhigt gerötete Haut. Vorteil: Es muss vor dem Stillen nicht entfernt werden. Vielen Frauen helfen auch Kompressen aus der Apotheke, die die Wundheilung unterstützen.
  • Zu viel Milch: Bei manchen Frauen fließt reichlich Milch, selbst wenn sie nicht stillen. Nützlich sind dann saugfähige Stilleinlagen, die die Brustwarzen schonen. Nach dem Stillen ist es hilfreich, die Brust zu kühlen, um die Milchproduktion zu reduzieren. Überschüssige Milch abzupumpen, ist keine gute Idee. Das stimuliert die Brust nur noch mehr.
  • Milchstau/Brustentzündung: Harte, rote, warme Stellen auf der Brust deuten auf einen Milchstau hin, der oft durch Stress ausgelöst wird. Kommen ein grippeartiges Krankheitsgefühl, Schüttelfrost und Fieber dazu, kann auch eine Brustentzündung dahinterstecken, die vom Arzt abgeklärt werden sollte. Sobald die Brust sich knotig und hart anfühlt, unbedingt die Hebamme oder Stillberaterin kontaktieren!
  • Hohl- oder Flachwarzen: Steht die Brustwarze nicht richtig hervor, kann es für Babys anfangs schwierig sein, sie in den Mund zu nehmen. Bei Flachwarzen hilft es, die Brustwarze vor dem Stillen mit der Hand zu stimulieren, bis sie hervortritt. Bei Schlupfwarzen geht das oft nur mit einer Pumpe. Auch Stillhütchen aus Silikon können am Anfang eine Lösung sein. Hierbei kommt es auf die richtige Größe an.

Was ist, wenn ich nicht stillen möchte?

Stillen ist eine sehr persönliche und intime Angelegenheit. Daher hat jede Frau das Recht, selbst zu entscheiden, ob sie stillen möchte und wie lange. Wer nicht stillt, braucht deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben. Auch Kinder, die mit Fertigmilch gefüttert werden, entwickeln sich gut. Die Hebamme oder die Kinderärztin beziehungsweise der Kinderarzt berät, welche Fertigmilch für das Baby am besten ist. Die Nähe zum Kind entsteht auch, wenn ein Baby nicht gestillt wird.


Quelle: Wort und Bild Verlag
Bild: PlainpictureGmbH/ Gpointstudio

Freitag, 22. Mai 2020

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