Was ist eine Hausstauballergie?

Was ist eine Hausstauballergie?

Eine Hausstauballergie ist eine allergische Reaktion auf Ausscheidungen und Körperreste von Hausstaubmilben. Allergieauslösend sind also nicht Staub und Schmutz, sondern die Eiweiß-Bestandteile des Kotes und der Körper von Hausstaubmilben. Wie man Wohnung oder Haus weitgehend milbenfrei bekommt und wann ein Arztbesuch angeraten ist.

Was sind Hausstaubmilben – und wo kommen sie vor?

Hausstaubmilben zählen zu den Spinnentieren und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen, weil sie nur etwa 0,1 Millimeter groß sind. Sie halten sich bevorzugt auf Matratzen auf, aber auch auf Polstermöbeln oder Teppichen. Das Bett bietet Milben optimale Überlebensbedingungen, weil sie sich vorwiegend von Hautschuppen ernähren, die der Mensch jeden Tag verliert. Außerdem benötigen die Spinnentiere Wärme und eine relativ hohe Luftfeuchte. Mit dem Schweiß sorgen Schlafende jede Nacht für das ideale Milieu.
Die Milben- und Kotbestandteile reichern sich auf der Matratze an, gelangen aber auch in den Hausstaub und verteilen sich so auf Teppichen, Böden sowie sämtli-chen Raumtextilien wie Vorhängen, Sofa und Kissen. Bei jeder Bewegung, die der Mensch macht, wird der Staub aufgewirbelt. Dabei zerfällt das Material in sehr feine Partikel, gelangt kurzzeitig in die Raumluft und kann sich auf den Schleimhäuten in Auge, Nase und tiefen Atemwegen ablagern.

Wie äußert sich eine allergische Reaktion?

Bei einer Hausstaubmilbenallergie liegt eine sogenannte Typ-I-Allergie vor. Das körpereigene Immunsystem erkennt dabei die Allergene und stuft sie als gefährlich ein. Dabei bildet das Abwehrsystem den Antikörper Immunglobulin E (IgE), der an spezielle Immunzellen andockt. Werden sie aktiviert, schütten sie am Ort des Geschehens Botenstoffe aus, zum Beispiel in den Schleimhäuten der Atemwege. Es kommt zur allergischen Reaktion und Entzündung. Viele Menschen reagieren zwar auf Hausstaubmilben, haben aber keine Beschwerden. Bei einem Teil der Betroffenen macht sich die Allergie durch typische Symptome bemerkbar, die denen eines Heuschnupfens ähneln. Zu den Symptomen einer Hausstaubmilbenallergie gehören beispielsweise:


  • verstopfte, laufende Nase, Niesattacken
  • juckende, tränende oder gerötete Augen
  • Husten
  • erschwertes Atmen oder pfeifende Atemgeräusche
  • seltener Hautreaktion mit Rötung der Haut, Auftreten von Quaddeln und Juckreiz

Die Symptome treten vor allem in der Nacht und morgens auf, weil Betroffene im Schlaf am stärksten den Allergenen auf der Matratze ausgesetzt sind.

Wer ist besonders anfällig für eine Hausstaubmilbenallergie?

Wie es zu einer Allergie gegen Hausstaubmilben kommt, ist noch nicht ganz geklärt. Oft liegt eine von den Eltern oder Großeltern ererbte Allergiebereitschaft vor, außerdem spielen Umwelteinflüsse und der Lebensstil eine Rolle. Studien legen außerdem den Schluss nahe, dass Menschen, die als Kinder nur wenig mit Krankheitserregern und Allergenen in Kontakt gekommen sind, später stärker zu einer Allergie neigen.

Kann man Hausstaubmilben im Haushalt vermeiden?

Mit mangelnder Hygiene haben Hausstaubmilben nichts zu tun, sie kommen in je-der Wohnung und in jedem Haus vor. Bestimmte Angewohnheiten, seltenes Lüften zum Beispiel, und ein feucht-warmes Raumklima können den Milben das Leben allerdings erleichtern. Wer unter einer Hausstaubmilbenallergie leidet, sollte versu-chen, Wohnung oder Haus möglichst von Milben zu befreien. Hausstaubmilben lassen sich zwar nicht komplett aus der Wohnung vertreiben, dennoch kann man die Konzentration reduzieren. Das umfasst eine ganze Reihe von Möglichkeiten.


Am wichtigsten ist es, das Bett als den bevorzugten Aufenthaltsort von Hausstaub-milben möglichst milbenfrei zu bekommen. Das gelingt unter anderem, indem Be-troffene regelmäßig Bett und Schlafzimmer reinigen, spezielle Überzüge (En-casings) über die Matratze ziehen und regelmäßig lüften.


Da Milben Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, um zu überleben und sich fortzupflanzen, sollte man das Schlafzimmer außerdem möglichst kühl und trocken halten. Experten empfehlen eine Raumtemperatur unter 20 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von weniger als 60 Prozent. Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchte im Raum, sie gehören daher nicht ins Schlafzimmer.


Schutzbezüge gehören alle sechs bis acht Wochen in die Waschmaschine. Ein Waschgang bei 60 Grad Celsius tötet die Milben komplett ab und beseitigt die Allergene. Darüber hinaus hilft es, beim Lakenwechsel die Encasings feucht abzuwischen. Kissen und Bettdecken aus synthetischen Materialien sollten ebenfalls alle sechs bis acht Wochen gewaschen werden (bei mindestens 60 Grad Celsius), damit sie nicht zur Milbenbrutstätte werden. Das Bett sollte idealerweise auf Füßen stehen, das verbessert die Lüftung der Matratze.


Vorhänge und Gardinen sind regelrechte Hausstaubfänger, deshalb sollten Betroffene zumindest im Schlafzimmer darauf verzichten. In einer Couch oder einem Sofa aus Stoff können sich Milben ebenfalls gut ansiedeln. Polstermöbel aus glattem Leder eignen sich aus diesem Grund besser. Dekokissen oder Stofftiere, die nicht bei 60 Grad gewaschen werden können, sollte man bei minus 20 Grad für 24 Stunden in die Tiefkühltruhe legen und anschließend bei der zulässigen Temperatur waschen.


Ob Teppiche für Hausstauballergiker schädlich sind, ist umstritten. Einerseits sollen sich darin Hausstaubmilben aufhalten, die sich mit einem normalen Staubsauger kaum entfernen lassen. Andererseits bindet ein Teppich Staubpartikel. Auf einem Laminat- oder Fliesenboden wird der Staub dagegen bei jeder Bewegung und jedem Luftzug aufgewirbelt. Am besten sollten Böden deshalb mehrmals pro Woche gesaugt beziehungsweise ein- bis zweimal die Woche nass gewischt werden. Für Staubsauger gibt es spezielle Feinstaubfilter, welche die allergenhaltigen winzigen Staubpartikel im Staubsack zurückhalten.

Wann zum Arzt?

Wer unter einer Allergie gegen Hausstaubmilben leidet, entwickelt irgendwann womöglich dauerhafte Beschwerden. So können sich die Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen durch die permanente Allergenbelastung chronisch entzünden, was vorwiegend zu häufig verstopfter Nase, verminderter Schlafqualität und dumpfen Kopfschmerzen führen kann. Manchmal stellen sich auch wiederkehrende Niesanfälle ein. Außerdem kann sich die Bronchialschleimhaut entzünden. Gut ein Drittel der Betroffenen entwickelt schleichend ein allergisches Asthma und eine all-gemeine Überempfindlichkeit der Atemwege (unspezifische bronchiale Hyperreaktivität). Das äußert sich zum Beispiel durch lästigen Reizhusten und kann gelegentlich zu einem Engegefühl in der Brust führen. Es empfiehlt sich daher, bei wieder-kehrenden Beschwerden einen Arzttermin zu vereinbaren, um eine Chronifizierung der Beschwerden zu verhindern.

Welche Maßnahmen helfen, die Allergie auszubremsen?

Die wichtigste Maßnahme bei Allergien ist grundsätzlich, die Allergene zu meiden (Allergenkarenz). Das gelingt gerade bei einer Hausstaubmilbenallergie nicht so einfach.


Bei anhaltenden allergischen Beschwerden können Antihistaminika und Nasensprays mit Kortison eingesetzt werden, das sollte jedoch mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.


Als Therapie kommt eine Allergen-Immuntherapie (Hyposensibilisierung) infrage. Ziel der Therapie ist es, dass sich der Körper an die vermeintlich gefährlichen Stoffe gewöhnt und diese schließlich toleriert. Das Immunsystem bildet dann weniger IgE-Antikörper, welche die allergische Reaktion auslösen.


Es stehen zwei Methoden zur Verfügung: die subkutane Hyposensibilisierung (subkutane Immuntherapie; SCIT) oder die sublinguale Hyposensibilisierung (sub-linguale Immuntherapie; SLIT).
Bei der subkutanen Immuntherapie wird die Allergenlösung anfangs wöchentlich unter die Haut (subkutan) gespritzt, dabei wird die Dosis stetig gesteigert. Ist die Maximalmenge erreicht, genügt als Erhaltungstherapie eine Spritze alle vier, später alle sechs bis acht Wochen.
Neuer ist die sublinguale Immuntherapie. Patienten bekommen den allergen wirkenden Stoff als Tropfenlösung oder Tablette zur Selbstanwendung unter der Zunge (sublingual). Dieses Verfahren eignet sich besonders für Kinder oder Menschen, die keine Spritzen mögen.


Quelle: Wort und Bild Verlag
Bild: Getty Images/ SPL/ Sebastian Kaulitzki

Freitag, 22. Mai 2020

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