Die alljährliche Grippeimpfung: Immer zum Anfang Oktober geht nicht nur das Jahr allmählich auf die Winterzeit zu, es rufen auch viele Arztpraxen bestimmte Bevölkerungsgruppen zur Grippeimpfung auf. Die Grippe ist eine ernsthafte Infektionskrankheit, die schwere Verläufe entwickeln kann. Vor allem ältere und immungeschwächte Menschen können sich wirksam durch eine Impfung schützen.
Die Grippe, in Fachsprache Influenza genannt, ist eine Infektionskrankheit der Atemwege. Sie wird durch Influenzaviren ausgelöst und kann bei älteren Menschen, Schwangeren sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwer verlaufen, im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein. In der Grippesaison 2025/26 gab es laut dem „Grippereport 2026“ in Deutschland 245.827 Grippefälle. 2176 Menschen starben nach der Infektion mit Influenza.
Grippe geht häufig mit hohem Fieber, starken Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen einher. Viele Betroffene leiden unter trockenem Husten, Schüttelfrost und Erschöpfung. Grippe ist nicht zu verwechseln mit sehr viel weniger schwerwiegenden Erkältungskrankheiten, den sogenannten grippalen Infekten, die von Erkältungsviren ausgelöst werden.
Bei der Grippeimpfung werden den Patientinnen und Patienten mit einer Injektion, meist in den Oberarm, abgetötete Grippeviren oder Bestandteile davon verabreicht. Diese wirken als sogenannte Antigene und veranlassen das Immunsystem, Antikörper zu entwickeln, die den Körper dann beim Kontakt mit echten Influenzaviren schützen.
Die Bildung von Antikörpern dauert etwa zehn bis 14 Tage. Danach ist der Impfschutz aufgebaut.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für:
Für ältere Menschen empfiehlt die STIKO besondere Grippeimpfstoffe. Das kann Hochdosis-Impfstoff sein, der eine höhere Menge an Antigenen enthält, oder sogenannter adjuvantierter Impfstoff, der Adjuvantien, also Wirkverstärker, enthält.
Die Grippe tritt vor allem im Winter auf, wenn sich die Menschen wetterbedingt vor allem in geschlossenen Räumen aufhalten. Ihren Höhepunkt erreicht die Grippewelle oft um die Jahreswende herum. Im Oktober oder November wäre demnach die ideale Zeit, um sich impfen zu lassen.
Man sollte sich nicht zu spät impfen lassen, damit der Körper genügend Zeit hat, um die volle Schutzwirkung zu entfalten. Aber auch nicht zu früh, weil eine Grippeimpfung in der Regel nur sechs bis zwölf Monate wirksam ist.
Das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt eine Impfung bis spätestens Mitte Dezember. Aber auch danach kann eine Immunisierung noch sinnvoll sein, weil man nie genau weiß, wie lange eine Grippewelle anhält.
Keine Impfung bietet einen hundertprozentigen Schutz. Aber selbst wenn man trotzdem an Grippe erkranken sollte, kann die Impfung Betroffenen schwere Verläufe ersparen.
Allerdings sollte die Grippeimpfung jährlich zur Grippesaison erneuert werden. Zum einen, weil der Schutz nur sechs bis zwölf Monate lang anhält; zum anderen verändern sich die Viren im Laufe der Zeit. Außerdem existieren verschiedene Virenstämme, die sich jedes Jahr unterschiedlich stark ausbreiten können. Deshalb legt die Weltgesundheitsorganisation WHO in jedem Jahr neu fest, wie der aktuelle Impfstoff zusammengesetzt sein soll.
Direkt an der Einstichstelle kann es zu Impfreaktionen wie Rötungen, Schmerzen oder einem Anschwellen kommen. Auch allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Gliederschmerzen oder Frösteln können auftreten. Diese verschwinden aber in der Regel nach ein oder zwei Tagen von selbst wieder.
In sehr seltenen Fällen kann es bei Menschen mit einer Hühnereiweiß-Allergie zu allergischen Reaktionen kommen. Für die Herstellung einiger Impfstoffe wird Hühnereiweiß verwendet.
Wer akut an einem Infekt leidet oder Fieber hat, sollte in der Regel mit der Impfung warten, bis die Symptome abgeklungen sind und sich mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen.
Bei allen Menschen, denen eine Grippeimpfung empfohlen wird, tragen in der Regel die Krankenkassen die Kosten dafür. Wer nicht zur Empfehlungsgruppe gehört, sollte im Vorfeld das Gespräch mit der Kasse suchen. Häufig werden die Kosten trotzdem übernommen.
Gesunden Schwangeren empfiehlt die STIKO sich erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, also dem siebten Monat, impfen zu lassen. Bei Schwangeren mit einer chronischen Krankheit wie Diabetes kann die Impfung schon früher sinnvoll sein. Betroffene sollten das mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprechen.
Grippe trifft auch häufig kleine Kinder, weil sie in Kindergarten oder Kita viele Kontakte zu anderen haben und noch über keine ausgeprägte Grundimmunität verfügen.
Für Kinder, die unter Asthma, Mukoviszidose, Diabetes, Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen leiden, empfiehlt die STIKO deshalb eine Grippeimpfung schon ab dem Alter von sechs Monaten. Für gesunde Kinder empfiehlt sie diese nicht, rät aber auch nicht ausdrücklich ab.
Speziell für Kinder gibt es einen Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird. Er ist allerdings nicht für Kinder mit einer Hühnereiweiß-Allergie oder starkem Asthma geeignet. Auch hier sollten sich Eltern immer mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin absprechen.
Quelle: Wort und Bild Verlag